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Die Idee:

Ich wollte unbedingt mein freies Schriftprojekt mit einem abstrakten, künstlerischen Muster kreieren und
recherierte, welche Möglichkeiten es dafür gab. Neben Aquarell, Öl und Wasserfarbtechniken stieß ich auf das „Acryl Pouring“. Aussagekräftige, markante Muster mit kräftigen Farben – genau die Art von Ergebnis, die ich mir vorstellte. Ich hielt es mir offen, in wieweit ich die eigentliche Schrift dann daraus entwickeln würde, da ich mehrere Varianten ausprobieren und spielerisch das ideale Ergebnis finden wollte. Es entstanden mehrere Ansätze, beispielsweise Buchstaben gießen, überlagernde Farbschichten mit der Schrift als Musterbildung oder Ausstanzung eines Kartons mit den entsprechenden Buchstaben. Letztendlich probierte ich alles aus, in vielen verschiedenen Farben, Formaten und Techniken. Ich entschied mich für eine simple und dennoch schwierig umzusetzende Variante: Das Acryl-Pouring-Muster, abgedeckt durch eine formgestanzte Pappe mit einem von mir digital kreierten Schriftzug.

Materialien:

Zunächst besorgte ich mir folgende Produkte:

Liquitex Pouring Medium 1L, Boesner Transparentlack, Flambierer mit Gasflamme, Acrylfarben, Spatel zum Umrühren, Plastikbecher, mehrere Leinwände bzw. Holzspanplatten, Schwarze/Weiße Pappe, Cutter und Bildrahmen.

Zusätzlich kaufte ich mir ein Grundlagenbuch (Acrylic Pouring. Der neue Acrylmal-Trend: BILDER gießen!
von Martin Thomas und Sylvia Homberg)
um verschiedene Methoden auszuprobieren.

Die Umsetzung:

Das Gute an der Technik: Es gibt kein richtig oder falsch, jedes geschüttete Bild hat seinen eigenen Reiz. Es ist dennoch schwierig, im Vorhinein konkrete Musterbildungen zu planen, man kann zumindest bestimmte Muster durch entsprechende Aufschichtungen der Farbe beeinflussen. Auch die Art der Schüttung ist entscheidend, ich probierte mehrere Varianten aus. Beispielsweise a) Becher schwungartig ausschütten oder b) den Becher erstmal senkrecht auf der Hozlspanplatte platzieren und nach ein paar Minuten Zeit nach oben ziehen. Das Ergebnis von a) wirkt dynamischer, aggressiver im Vergleich zu b) das kreisförmig ruhiger und harmonischer ist. Ich kombinierte beide Arten miteinander um das großflächige 50×70 cm Format komplett mit Farbe zu überziehen. Nachdem die dickflüssige Farbe auf das Material fließt kann man es durch Schwenken des Rahmens gleichmäßig verteilen.

Die Farben setzte ich jeweils in eigenen Bechern zusammen: 20% Acrylfarbe, 20% Wasser, 50% Liquidtex (dient als Streckmittel) und ein paar Tropfen Silikonöl. Im nächsten Step schichtete ich die verschiedenen Farben in einem neuen Becher zusammen. Nach dem Schüttvorgang benutzte ich den Flambierer um aus den zusammengesetzten Farben kleine Ölpartikel-Bläschen zu bilden. Als ich mit dem Ergebnis zufrieden war, ließ ich das Bild trocknen und sprayte es am nächsten Tag mit Finish ein um es zu schützen und etwas glänzender wirken zu lassen.

Ich hatte nun eine große Auswahl an fertigen Mustern, die mir auch schon recht gut gefielen. Als nächstes entwickelte ich verschiedene Schriftzüge in Illustrator und Indesign. Hierbei versuchte ich die Schrift so einfach wie möglich zu halten um später bei dem Ausschneiden keine Probleme zu bekommen, sprich eine lineare serifenlose Schrift ohne Verzierung oder unterschiedlichen Strichstärken. Meine Wahl fiel auf die DIN-Condensed (entworfen von Manvel Shmavonyan). Ich wählte den Spruch „turn chaos into control“ symbolisch zum Einen für das chaotische Muster und zum Anderen für die klare konstruierte Schrift. Um den Bezug noch etwas zu verdeutlichen, fügte ich kleine Störungen in das „Turn Chaos“-Wording und ließ jedoch „into control“ vollständig glatt. Ein schwarzer Rahmen sollte abschließend das ganze Bild einrahmen um dem Ganzen eine gewisse „Kontrolle“ zu verleihen ohne vom Bild abzulenken.

Im letzten Schritt, der sich für mich am schwierigsten darstellte, übertrug ich den digital erstellten Schriftzug mit Bleistift auf die Pappe und cuttete mit mehreren Durchgängen (erst anritzen, dann durchschneiden) die Schrift aus.

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