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20 Thesen der Typografie 

Die Idee

Jede der 20 Thesen hat eine ganz bestimmte Botschaft, zu jeder dieser These entwickelte ich 5 verschiedene grafische Ansätze, die die Aussage bildlich unterstreicht.

1 Kurt Schwitters, 1930

Beziehungen zu schaffen, ist das Ziel aller Typographie.

2 Friedrich Forssmann, 2015

Wer dem Gestalter nicht vertrauen kann, ist kein guter Auftraggeber; wer als Gestalter wider besseres Wissen klein beigibt, ist kein guter Gestalter.

3 Hans Peter Willberg, 1984

Neutrale Typographie gibt es nicht.

4 Hans Peter Willberg, 1990

Typografische Gestaltung interpretiert immer. Jeder Text, ob Zeitungsnotiz, lyrisches Gedicht oder Gebrauchsanweisung, wird durch die Typografie, in der er zu lesen ist, beeinflußt.

5 John D. Berry, 2014

Typografie zieht Texte an – passend zu Aussage und Anlass, mal Jeans, mal das kleine Schwarze.

6 Stanley Morison, 1928

Eine Schrift, die eine Gegenwart und vor allem eine Zukunft haben soll, darf weder ganz famos noch zu andersartig sein.

7 Günter Gerhard Lange, 1988

Visuelle Kennerschaft gewinnt man nur durch vielfältige Anschau­ung, persönliche Übung und Vergleich. ›Könnerschaft‹ jedoch setzt pragmatische, gediegene Kenntnisse und hohe fachliche Qualifikation voraus. Diese aber erfordert im Umgang mit der Materie unseres Berufes permanente kritische Arbeit an sich selbst.

8 Günter Gerhard Lange, 1998

Eine Bleiletter in den Händen zu halten, und deren Punzen zu füh­len – das wäre eine Therapie für euch tastaturgläubige ­Bildschirmglotzer.

9 Jan Tschichold, 1928

Die Neue Typographie unterscheidet sich von den früheren dadurch, daß sie als erste versucht, die Erscheinungsform aus den Funktionen des Textes zu entwickeln. Dem Inhalt des Gedruckten muß ein reiner und direkter Ausdruck verliehen werden. Seine Form muß, wie in den Werken der Technik der Natur, aus seinen Funktionen heraus gestaltet werden.

10 Jakob Erbar, 1928

Verwendet euer schönstes Material mit Bedacht; vergeßt nie, daß unser Gewerbe ein Kunstgewerbe ist.

11 Emil Ruder, 1959

Die Typographie wird in erster Linie als Mittel zum Ordnen verschiedener Dinge aufgefaßt. Es geht nicht mehr um anspruchsvolle künstlerische Postulate und Kreationen, sondern um das Bemühen, den täglichen Ansprüchen formal und funktionell gerecht zu werden.

12 Emil Ruder, 1967

Die kleinste technische Manipulation in der Typografie wird zur formalen Aussage. Es gibt keinen Typografen, der nicht gestaltet.

13 Hermann Zapf, 1954

Typografie ist im Grunde eine zweidimensionale Architektur.

Die Harmonie der einzelnen Proportionen, die Gruppierung der Schriftzeilen, das Abwägen von Kontrast und Ausgleich, die Symmetrie wie die dynamische Spannung der axialen Anordnung sind die Gestaltungsmittel, die der Typograf je nach der gestellten Aufgabe so anzuwenden hat, daß der Text dem Leser in einer ansprechenden Form vermittelt wird.

14 Philipp Luidl

Heute weiss ich, dass der Begriff deutsche Schrift, auf die Drucktypen angewandt, falsch war. Sie waren so wenig deutsch wie die Spitzbogen der Gotik deutsch waren. Auch wenn sich diese Schrift in Deutschland einer besonderen Beliebtheit erfreute, so war sie doch auch in anderen Ländern zu Hause, vor allem in Frankreich, wo man sie heute noch antrifft.

So wenig also wie es einen deutschen Stil gibt, so wenig gibt es eine deutsche Schrift.

15 Kurt Weidemann, 1997

Typografie kennt nur wenige Regeln und Meister, die nicht zu kopieren, aber zu kapieren sind.

16 Kurt Weidemann, 1997

Gute Typografie sucht nicht nach allem, was noch möglich ist, sondern fragt nach dem, was nötig ist.

17 Paul Renner, 1928

Einrahmungen und Mittelachse können in der Hand des Meisters unvergleichlich schön sein. Aber man kann und muß nicht aus jedem bedruckten Zettel ein Kunstwerk machen.

18 Erik Spiekermann

Sprache wird durch Schrift erst schön.

19 Dagmar Welle, 1997

Nichts ist einfacher, als Schrift zu ignorieren – und nichts ist schwerer, als sie wieder zu vergessen, wenn man sie einmal erkannt hat.

20 Frank Baranowski, 2013

Als Typograf haben Sie einfach keine Wahl. Sie stehen immer auf der Seite des Textes.

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